„Wir sind stolz, dass HUNIC es zum Marktführer geschafft hat!“ – HUNIC Gründer Jonas Mast im Interview.

 

 

 

Wir haben den erfahrenen CEO und Gründer von HUNIC auf die Bühne geholt und haben mit ihm über die Themen Gründung, Skalierung, Produktinnovation und Alleinstellungsmerkmale gesprochen. Viel Vergnügen beim Lesen des Interviews!

 

Vielleicht können Sie sich kurz vorstellen: Wer sind Sie und was machen Sie?

Mein Name ist Jonas Mast und ich beschäftige mich seit 2012 mit der Entwicklung von Exoskeletten. Hierzu hatte ich u.a. in der Vergangenheit bundesweite Forschungsprojekte zu diesem Themengebiet geleitet. Angefangen hatte es damals mit einem Studium im Bereich Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen. 2017 hatte ich dann HUNIC alleine gegründet und mich dem Thema ergonomische Unterstützungshilfe mehr und mehr gewidmet.

 

Heute kennen wir HUNIC als die Lösung für körperlich anspruchsvolle Jobs. Was genau brachte Sie dazu, dieses Produkt zu entwickeln? Was ist Ihr Background?

In meiner Familie haben wir auch aufgrund der der Nähe zum Schwarzwald privat viel Wald. So hatte ich schon von klein auf 4 Berührungen mit der körperlich recht schweren Arbeit. Somit war es mir immer irgendwo ein Anliegen, hier eine Lösung für u.a. Waldarbeiter:innen oder schwer hebende Personen anbieten zu können. Dies hatte sich dann weiterentwickelt, als ich Maschinenbau und Wirtschaftsingeneurwesen studierte, um hier das Grundwissen zu haben entsprechende Geräte und Systeme zu bauen. Als Angestellter in einer Firma, die manuelle Handhabung-Geräte baute, hatte ich dann hier die ersten Berührungspunkte mit solchen Systemen und auch aufgrund meiner Tätigkeit mit neuen zukunftsträchtigen Forschungsthemen wie Exoskelette.

 

Was ist der USP von HUNIC?

Unser SoftExo wird wie eine Art Rucksack angezogen, welcher mit zusätzlichen Gummibändern mit den Knien und den Unterschenkel verbunden ist. Die Rückenstruktur sorgt dafür, dass der Nutzer eine Rückmeldung bekommt, wenn die Person in einen Rundrücken verfällt. Hier bekommt die Person eine haptische Rückmeldung, dass der Rücken doch besser gerade bleiben soll. Die Gummibänder spannen sich beim Abhocken über das Körpergewicht des Trägers vor und geben die Energie beim erneuten Aufstehen zurück. So wird die Person um ca 23% unterstützt. Ebenso beim Überbeugen bei Arbeiten in Regalen oder in Kisten.

Gibt es Referenzen, die die Vorteile des SoftExo bestätigen?

Ein großes deutsches Versandhaus hat unser SoftExo im Einsatz intern evaluiert, nachdem die Nutzer meinten, dass sie abends keine Schmerzen von der Arbeit mehr hätten. Es wurde festgestellt: Was in Schulungen zu gesundem Heben versucht wurde zu vermitteln, ist mit dem SoftExo leichter umzusetzen. Durch diese Sensibilisierung der Nutzer hin zu einer ergonomischen Haltung konnten sie in der Beobachtungsgruppe einen Effekt in den Krankmeldungen erkennen. Interessant war hier auch, dass die Produktivität bei der Gruppe stieg. Nicht wie man meinen würde, dass die Nutzer jetzt Superkräfte hätten und die doppelte Last tragen würden. Die Produktivitätssteigerung kam daher, dass sie gegen Ende der Arbeitsschicht weniger ermüdet waren und dadurch konzentrierter bei der Kommissionierung der Produkte waren. Durch die gesunkene Fehlerquote stieg die Produktivität der Nutzer. 

 

Können Sie uns mehr zu der Gründung von HUNIC erzählen? Was hat sich seit der Gründung 2017 getan, wo haben Sie angefangen und wie kamen Sie zu dem, wo Sie heute stehen?

Ich hatte 2017 angefangen mit der Firma HUNIC und entwickelte dort Stück für Stück ein Exoskelett, welches passiv ohne aktive Komponenten eng am Körper anliegend zu tragen ist. Hier war es mir zudem wichtig, nicht nur eine Unterstützung, sondern auch eine ergonomische Sensibilisierung anzubieten, welche dem Nutzer darauf hinweist, wenn er sich unergonomisch bewegt. Dieses Konzept wurde dann immer weiter ausgearbeitet und schlussendlich dann auch serienreif entwickelt. Durch den engen Kontakt am Kunden konnten wir auch weitere Produkte ableiten, die dem entsprechenden Nutzen und Mehrwert bei den Tätigkeiten vor Ort beim Kunden bieten. Der enge Kontakt zu den Kunden war im Endeffekt das, was uns die Skalierung ermöglichte.

 

Wie haben Sie es von Gründung bis heute geschafft, Ihr Business zu skalieren und zu wachsen?

Wir sind dankbar, dass unser Produkt vom Tragekomfort und auch von den ergonomischen Eigenschaften zu den besten am Markt gehört. Das spricht sich mehr und mehr durch und führt dazu, dass die Nachfrage und auch die Bereitschaft, hier Geld auszugeben, steigt. Zudem haben wir natürlich intern mit Investitionen in den Vertrieb und eigenen Außendienst auch Weichen gestellt, um dieses Wissen und diese Qualität nicht nur im Produkt, sondern auch in der Beratung den Kunden darzustellen.

Mittlerweile helfen Sie über 300 Kund:innen bei mehr Ergonomie am Arbeitsplatz. Wie groß ist Ihr Kundennetzwerk und in welchen Märkten sind Sie vertreten?

Unsere Kundenlandschaft zieht sich aus Unternehmen aus dem DAX bis hin zu kleineren Handwerksbetrieben. Inzwischen können wir allerlei Tätigkeiten abdecken. Unsere Hauptschwerpunkte sind nach wie vor Tätigkeiten in der Logistik. Das sind zum Beispiel das Entladen und Beladen von Containern oder Wechselbrücken oder auch im Kommissionierer oder Sortiervorgang bei größeren Legern. Doch nicht nur hier setzen unsere Kunden das Produkt ein. Acuh im Bereich Bau oder in der Pflege sind sie im Einsatz. Namhafte Kunden sind zum Beispiel Liebherr, Hermes, DHL, DB Schenker, L‘Oreal oder Norma. Inzwischen haben wir in einigen europäischen Ländern Vertriebsartner, welche die Märkte entsprechend bearbeiten. Größere Firmen haben inzwischen ihre internationalen Niederlassungen auch mit Exoskeletten ausgestattet. Hier geht es von Mexiko, über Südafrika, bis hin zu Singapur eigentlich einmal um die Welt.

 

Gibt es namhafte Business Angels an Ihrer Seite?

Wir haben ehemalige Gründer:innen, die ihre Firmen an große Unternehmen wie zum Beispiel an Apple verkauft haben. Ebenso Partner, welche diverse Firmen mit nachhaltiger Technologie unterstützen und von ihrem Wissen gerne abgeben. Mit Simon Planken und Sascha Krause-Tünker haben wir zwei Business Angels, die in der Vergangenheit Firmen in Krisenzeiten kauften und mit Restrukturierungen wieder rentabel gemacht haben. Durch diese Erfahrungen und ihr Netzwerk konnten wir viele teure Learnings vermeiden. Das Netzwerk, das uns die Business Angels mitbringt, hat uns schon öfters die Türen geöffnet.

 

Was waren Hindernisse, Herausforderungen bei der Gründung und Wachstum von HUNIC?

Unser Produkt ist komplett neu in der Branche. In der Vergangenheit gab es einige Unternehmen, die hier mit großen Systemen versucht haben, den Markt aufzurollen. Dann haben wir auch sehr schnell gemerkt, dass nicht nur das Produkt an sich wichtig ist, zu verkaufen. Auch die Herausforderungen der Firmen waren zu beachten, wie etwa das soziologische Gefüge in den Mitarbeiter-Konstellationen. Dann war es natürlich auch nicht einfach, entsprechendes Personal zu finden, die genau zu dieser Firma und den Anwendungen passen.

Die Entwicklung von Exoskeletten ist sehr vielschichtig. Neben Maschinenbau- und Textilkenntnissen sind sehr hohe Anforderungen an die Physiotherapie und das anatomische Wissen der Personen und der späteren Nutzer notwendig. Das kann man so nicht studieren, es müssen verschiedene Spezialisten zusammengebracht werden, um hier ein gesundheitsförderndes Produkt zu kreieren. Auch die unterschiedlichen Körperformen der Nutzer hatten uns ziemliche Herausforderungen gebracht. So war zu Beginn das Exoskelett in 64 Größenvariationen erhältlich. Für den Vertrieb im Außendienst war dies eine große Herausforderung. Inzwischen haben wir es geschafft, nur mit 2 Größen so gut wie alle Nutzer abzudecken.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Dass wir es geschafft haben, ein führender Player im Bereich der Soft Exoskelette am Markt zu sein. Auch die kontinuierlichen Umsatzsteigerungen, die wir erzielen konnten, machen uns besonders stolz. In diversen Untersuchungen der Kunden und Nutzerfeedbacks, inwieweit unsere Systeme das Arbeitsleben positiv verändern, erhielten wir tolle Ergebnisse. Stolz sind wir vor allem auch auf unser Team, welches mit sehr viel Engagement, Fleiß und Leidenschaft an der Entwicklung, aber auch am Verkauf arbeitet.

 

Was ist Ihre Vision mit HUNIC und was möchten Sie noch erreichen?

Wir werden die Industrie-Athlet:innen für eine ergonomische Arbeitsweise mit dem notwendigen Equipment ausstatten. Natürlich wollen diese Lösung international vertreiben. Hierzu wollen wir aber auch Produkte schaffen, die branchenspezifischer sind, so dass jeder Profi in seiner Branche auch das richtige Werkzeug in Form von ergonomischer Unterstützung handhaben kann.

 

Die letzte Frage, die wir an Sie haben: Was ist Ihr Ziel mit der Crowdinvesting-Kampagne auf CONDA?

Wir wollen zum einen unseren internationalen Vertrieb ausbauen. Das werden wir u.a. mit der Betreuung von Vertriebspartnern bewerkstelligen. Zum anderen möchten wir unsere Bekanntheit der Produkte und Marke steigern und dementsprechend in Marketing investieren. Die Produkte sind soweit etabliert am Markt und somit sehen wir natürlich Entwicklungsbedarf bei neuen Produkten. Der Hauptfokus liegt zunächst darauf, die bestehenden Systeme zu multiplizieren und zu skalieren.

 

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