Alga Pangea in den Medien

crowdfunding algenanlage

Start-up sucht Mikroalgenfans

12.06.2015 – Die österreichische Alga Pangea GmbH hat ein Crowdinvesting gestartet. Mit den Beteiligungen des Schwarms soll der Bau einer Referenzanlage mit Pangeas geschlossenen Bioreaktoren finanziert werden. Ist das die Renaissance der Mikroalgentechnologie?

Sechs Jahre Entwicklungszeit und mehr als 1,5 Mio. Euro wurden laut Alga Pangea bereits in das Projekt gesteckt. Das Start-up wirbt mit einer noch nie zuvor mit anderen Algenzuchtverfahren erreichten Reproduktionsrate von bis zu 2.000 Tonnen pro Jahr und Hektar. „Damit sind wir um den Faktor 10 besser als unsere Mitbewerber“, so Geschäftsführer Philipp Marktl gegenüber |transkript. Mit der seit wenigen Tagen auf der österreichischen Plattform Conda laufenden Schwarmfinanzierung will die Firma 250.000 Euro einsammeln. Das Geld soll der Grundstock für die Finanzierung des Baus einer Referenzanlage in Güssing im Burgenland werden. Nachdem die patentierte Technologie in Form einer Pilotanlage in Aschaffenburg mit einem Produktionsvolumen von etwa 2 Tonnen jährlich erfolgreich getestet wurde, soll die neue Anlage nun mindestens 40 Tonnen jährlich schaffen.

Wie in Deutschland und Österreich üblich, werden die Beteiligungen im Wert von mindestens 100 Euro und maximal 5.000 Euro in Form eines Nachrangdarlehens gewährt. Die Vertragslaufzeit beträgt zehn Jahre, die Verzinsung immerhin 4,5% im Jahr. 48 Stunden nach Start der Kampagne waren bereits 24 Investoren vom Konzept der Tiroler Firma überzeugt. Mit 19.600 Euro ist bereits ein Drittel auf dem Weg zur Fundingschwelle von 50.000 Euro geschafft. Mit dem demnächst kommenden Alternativfinanzierungsgesetz (AltFG) wird in Österreich ein volles Kapitalmarktprospekt erst ab einer Finanzierungssumme von 5 Mio. Euro Pflicht – bisher lag die Grenze wie bei Alga Pangea bei 250.000 Euro.

„Das Wachstum der Algen wird 24 Stunden am Tag gezielt stimuliert und gesteuert. Die Mäanderwände sind dabei mit speziellen LEDs bestückt, die je nach eingesetztem Algenstamm in einer bestimmten Frequenz pulsieren. Gleichzeitig werden Phosphor, Nitrat und CO2 als Dünger hinzugegeben.“ Natürlich funktioniert die Technologie auch mit Sonnenlicht. Die mit der industriellen Bioreaktortechnologie gewonnenen Algen sollen zunächst Rohstoffe für die Pharma- und Nahrungsmittelindustrie liefern. Später könnten auch die Tierfutter- und Energieölsektoren interessant werden.

Die Potsdamer IGV GmbH machte im Vorjahr mit der Auflösung ihrer Photobioreaktor-Sparte auf sich aufmerksam. Obwohl mehr als 200 Stück weltweit installiert werden konnten, war die Marktentwicklung damals als zu ungünstig bewertet worden. Im März 2015 übernahm dann die Berliner bbi-biotech GmbH das gesammelte Know-how. „Damit sind wir in der Lage, das komplette Glasrohr-Photobioreaktor-Programm vom Laborgerät bis zur industriellen Freiland-Anlage weiterzuführen“, verkündete bbi-Chef Bernd-Ulrich Wilhelm im März.

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Karin Turki

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