Kleemann erzählt … eine persönliche Geschichte über die Entstehung von we4tourism

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Eines Tages kam dem Chef der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank Wolfgang Kleemann mitten in einem seiner zahlreichen Einsätze zur Förderung des heimischen Tourismus in den Sinn, was der Branche tatsächlich fehlt. Und es fiel ihm wie Schuppen von den Augen…

Eigentlich hat mich Ronald Barazon – damals noch Chefredakteur der Salzburger Nachrichten – bei einer Veranstaltung im Zuge eines BÖG-Kongresses erstmals auf die Idee gebracht, über „Publikumsfinanzierungen“ für den Tourismus nachzudenken. Er hat mich damals auf seine unnachahmliche Art zu einem Eingangsstatement eingeladen:

„Mein Lieber, ich sehe da eine Bank. Großes Haus, sehr feudal ausgestattet – im Erdgeschoß zwei Bankschalter. Bei einem stehen die Sparer Schlange und ärgern sich – über unfreundliche Bankbeamte, über die langen Wartezeiten und vor allem darüber, dass sie nur ganz wenig Zinsen bekommen. Und gleich daneben ist ein anderer Schalter – dort stehen die Hoteliers Schlange. Sie ärgern sich auch – über unfreundliche Bankbeamte, über nervenaufreibende Kreditprüfungen, aber vor allem darüber, dass sie so hohe Zinsen bezahlen müssen. Und jetzt frage ich Sie…..“ hat er sich damals an mich gewendet „….warum können wir es nicht erreichen, dass die beiden Menschenschlangen sich nicht auf die Schalter ausrichten,  sondern sich einander zuwenden…..?“.

Und irgendwie ist das ja tatsächlich sowas wie die Grundsatzüberlegung des Crowdfunding. Wir bekommen heute keine Zinsen mehr auf unseren Sparbüchern, wollen aber unser Erspartes auch nicht einfach unter den Kopfpolster legen. Und da kommt über eine Crowdfunding-Plattform ein wirkliches sexy-Projekt daher. Irgendwo hat ein Hotelier eine ganz lässige Idee gehabt. Er will (um auf ein konkretes Projekt abzustimmen, das demnächst auf www.we4tourism.at auftauchen wird) weg von klassischer Hotellerie – obwohl er sich dort einen international klingenden Namen gemacht hat – und fokussiert seinen touristischen Erfahrungsschatz auf „Glamping“. Glamping – ein Wortgebilde aus „glamorous“ und „Camping. Er inszeniert eine für Österreich völlig neue Qualität des Urlaubs. Komfort, der den eines 4-Stern-Hotels übertrifft, aber in der Natur stattfindet, in romantisch-luxuriösen Zelten, die Böden mit Teppichen belegt, offene Kamine in den suitenähnlichen Zelten, an jedes ein Badezimmer mit Marmorboden angedockt! Und das Ganze direkt an einem kleinen See – der Golfplatz auch nur ein paar Gehminuten entfernt. Urlaub mit absolutem Mehrwert!

Das wär‘ doch was, um ein paar hundert Euro zu investieren! Dafür auch noch Zinsen zu bekommen – drei, vier Prozent statt nullkommanull auf der Bank. Und nicht nur das: Zusätzlich auch die Möglichkeit, zu günstigeren Konditionen das neue „Glamp“ auch ausprobieren zu können – sein Investment wirklich zu erleben, zu spüren und zu genießen. Und vielleicht sogar – und damit wird Crowdfunding mehr als ein reines Finanzierungsinstrument – irgendwann sogar Stammgast werden und so aus einem Finanzierungsprodukt ein Kundenbindungsprogramm entstehen zu lassen.

Mit der Regelung von Crowdfunding im  Alternativfinanzierungsgesetz ist es gelungen, Rechtssicherheit in einen Bereich zu bringen, der gerade für unsere Branche mit den von der ÖHT angebotenen Förder- und Finanzierungsinstrumenten eine spannende Kombination sein kann, die den Finanzbedarf der Branche auch unter Basel III und (künftig) Basel IV sicherstellen kann. Dabei ist natürlich auch unsere 70jährige erfolgreiche Finanzierungspraxis ein Asset, denn Neues muss gerade wenn’s um’s Geld auf Vertrauen und Seriosität aufgebaut werden.

Und funktionieren wird das so: Ein Projekt kommt auf uns zu. Wir prüfen es auf wirtschaftliche Machbarkeit und hinsichtlich möglicher Finanzierungen und Förderungen, holen die notwendigen Bewilligungen der Gremien ein und können dann einer interessierten Crowd signalisieren: Wir haben uns das Vorhaben angeschaut und halten es für gut. Wir sind bereit, dafür eine Finanzierung mit entsprechenden Förderungen bereitzustellen – von Haftungen über zinsfreie Kredite bis zu Zuschüssen ist in unserem Portfolio alles möglich. Und – liebe Crowd – wir zählen diese Finanzierungen zu, sobald von Eurer Seite ein Betrag von EUR X bei einer Laufzeit von Y und erfolgsabhängigen Zinsen von Z bereit steht. Klar kann trotzdem ein Vorhaben schiefgehen und wir können keine Verantwortung für das Investment der Crowd übernehmen, aber ich denke doch, dass das Signal, dass ein Vorhaben fördertechnisch geprüft und ausfinanziert ist, verstanden wird und es gegenüber anderen Investitionsmöglichkeiten bevorzugt.


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