Mezzanine-Kapital zur Finanzierung von Projekten und Startups

Mithilfe von Mezzanine-Kapital Immobilienprojekte oder Startups erfolgreich über die Crowd finanzieren.

Mithilfe von Mezzanine-Kapital lässt sich die Lücke zwischen Eigenkapital und Fremdkapital bei der Immobilienfinanzierung füllen. Bauträger oder ProjektentwicklerInnen können dadurch ihr (Immobilien-)Projekt vollständig finanzieren. In diesem Blogbeitrag erklären wir, was genau hinter Mezzanine-Kapital bei Immobilienprojekten steckt, welche Vorteile es mit sich bringt und wann eine Mezzanine-Finanzierung sinnvoll ist.

 

Was ist Mezzanine-Kapital?

Der Begriff „Mezzanine“ kommt aus dem Italienischen, abgeleitet vom Wort „Mezzo“. Ins Deutsche übersetzt bedeutet er so viel wie „Mitte“ oder „halb“ und bezeichnet damit eine Art „Zwischengeschoss“. Übertragen in die Finanzwelt nimmt Mezzanine-Kapital also eine Zwischenstellung ein. Es kann nämlich nicht eindeutig dem Fremdkapital oder Eigenkapital zugeordnet werden. Vielmehr ist es Fremdkapital mit Eigenkapitalcharakter, was die unternehmerische Flexibilität stärkt und die Kreditfähigkeit verbessert. Banken sehen Mezzanine-Kapital als Eigenkapital. Daher hat es eine große Bedeutung für Crowdinvesting bekommen. Das crowdfinanzierte Fremdkapital wird von der Bank als Eigenkapital angesehen. In der Regel liegt eine klassische Finanzierungsquote der Bank bei 60-80 %. Daraus ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 20-40 %, die mit Mezzanine-Kapital gedeckt werden kann.

 

Welche Bedeutung hat Mezzanine-Kapital bei der Immobilienfinanzierung?

Mezzanine-Kapital kommt hauptsächlich in der Unternehmensfinanzierung und in der Immobilienfinanzierung vor. Träger von Immobilienprojekten haben dadurch die Möglichkeit, günstigere Kredite zu erlangen, da die Eigenkapitalquote steigt. Damit ist es Bauträgern möglich, mehrere Immobilienprojekte gleichzeitig zu realisieren, ohne viel Eigenkapital einsetzen zu müssen. Das Mezzanine-Kapital verringert also das in Immobilien gebundene Eigenkapital. In der Regel lassen sich mit dem Bau von Immobilien höhere Renditen erzielen als mit dem Kauf bereits bestehender Gebäude. Daher investieren AnlegerInnen in die Bauträgergesellschaft, die die Immobilie baut und anschließend verkauft. Die höheren Risiken werden durch die Verteilung des Kapitals auf mehrere AnlegerInnen ausgeglichen.

 

Was passiert im Insolvenzfall mit Mezzanine-Kapital?

Im Insolvenzfall ist das Mezzanine-Kapital vorrangig gegenüber dem Eigenkapital. Allerdings steht es im Rang nach dem Fremdkapital.

Was bedeutet das nun für die Kapitalgeber, falls das Projekt nicht erfolgreich umgesetzt werden kann oder der Bauträger bankrott geht? Zuerst werden die Ansprüche der FK-Geber berücksichtigt, bevor Geld an die Mezzanine-Kapitalgeber ausgezahlt wird. Eigenkapital gibt es im Insolvenzfall in der Regel nicht mehr.

 

Welche Formen von Mezzanine-Kapital gibt es?

Im Einzelfall regelt der Vertrag zwischen Kapitalgeber und Kapitalnehmer die Form des Darlehens. Grundsätzlich kann Mezzanine-Kapital in folgenden Formen bereitgestellt werden:

  • stille Beteiligungen (typisch oder atypisch)
  • Genussrecht oder Genussschein
  • partiarische Darlehen und
  • Nachrangdarlehen.

 

Wer sind die Geldgeber beim Mezzanine-Kapital?

Mezzanine-Kapital kann man zum einen über private Geldgeber erhalten. Dabei handelt es sich um eine einzelne Person oder um eine größere Gruppe von privaten InvestorInnen. Ebenso können auch Private Equity Gesellschaften oder Mezzanine Fonds als KapitalgeberInnen auftreten. Versicherungen und Banken kommen auch als Kapitalgeber in Frage.

Die Mezzanine-Finanzierung über Online-Plattformen wie CONDA wird für Immobiliengesellschaften vermehrt ein fester Bestandteil der Finanzstruktur. CONDA vermittelt und verwaltet die „Crowd“, eine große Gruppe aus Privatanlegern. Mit einem Mindestinvestitionsbeitrag von 100 € können sich viele private AnlegerInnen an den Projekten beteiligen, bis die Fundingschwelle erreicht ist.

 

Welche Vorteile bietet die Mezzanine-Finanzierung?

Mezzanine-Kapital ist zwar teurer als Fremdkapital, erfüllt jedoch, identisch zum Eigenkapital, einen wesentlichen Zweck: eine verbesserte Kreditfähigkeit. Dadurch sinken die Kosten bei der Aufnahme neuer Kredite. Zudem kann das Kapital flexibel gestaltet werden. Im Vertrag mit den GeldgeberInnen können Vereinbarungen bzgl. Kündigung, Verzinsung, Laufzeiten und Regelungen zu Gewinn und Verlust getroffen werden. Weiterhin geben ProjektentwicklerInnen beim Erhalt von Mezzanine-Kapital keine Stimmrechte ab. BauträgerInnen bzw. ProjektinitiatorInnen erhalten also die volle Kontrolle über das Projekt.

 

Welche Nachteile hat Mezzanine-Kapital?

Bei der Mezzanie-Finanzierung müssen KreditnehmerInnen in der Regel höhere Kosten bezahlen, da die Kreditkosten Darlehenszinsen sowie Anteile oder Zinsen beinhalten. Ein Teil des Unternehmensgewinns muss dadurch an die KreditgeberInnen abgeführt werden. Von einer Wertsteigerung des Unternehmens profitieren ProjektentwicklerInnen letztendlich weniger.

Vorteile und Nachteile von Mezzanine-Kapital auf einen Blick:

Vorteile:

  • verbesserte Kreditfähigkeit
  • Flexibilität
  • Kontrolle
  • Verbesserung der Bilanzstruktur
  • Unabhängigkeit von Banken

 

Nachteile:

  • höhere Kosten
  • weniger Gewinn

 

Wann sind Mezzanine-Finanzierungen sinnvoll?

Eine Finanzierung mit Mezzanine-Kapital sollte in Betracht gezogen werden, wenn das Unternehmen oder die Bauträgerin/der Bauträger einen positiven Cashflow hat und für weitere Wachstumsziele auf mehr Kapital angewiesen ist. Zudem sollten eine gute Eigenkapitalrendite sowie eine gute Position am Markt vorhanden sein. Wichtig für ProjektentwicklerInnen ist, die Crowd von den Vorteilen einer derartigen Finanzierung und vom Projekt selbst zu überzeugen.

Eine besonders große Bedeutung hat die Mischfinanzierung für BauträgerInnen von Immobilien oder Startups. Beide Unternehmen profitieren von günstigeren Krediten bei der Bank, da die EK-Quote durch Mezzanine-Kapital ansteigt. Nötige Investitionen in Produkte oder Immobilien, die den Gewinn erhöhen sollen, können früher getätigt werden.

 

Fazit zum Mezzanine-Kapital

Mezzanine-Kapital als hybride Finanzierungsform eignet sich besonders für BauträgerInnen, um Lücken zwischen Eigenkapital und Fremdkapital zu schließen. Aktuell ist die Verzinsung des Darlehens rückläufig, was die Finanzierung besonders für Immobilienprojekte attraktiv macht. Noch Fragen zum Thema Mezzanine-Finanzierung? Unser Team ist gerne für Dich da und unterstützt bei der Projekteinreichung. Jetzt Termin vereinbaren!

 

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