plants4friends: THC und CBD – Ein fruchtbares Zusammenspiel

Immer noch wird die Hanfindustrie von zahlreichen Mythen und Vorurteilen umrankt. Dass die älteste Heilpflanze der Welt aber bis zu 70 Verbindungen beinhaltet, von denen jede eine andere Wirkung mit sich bringt, wissen allerdings die Wenigsten. Die bekanntesten Cannabinoide sind in diesem Zusammenhang die Wirkstoffe THC und CBD, die vor allem in Kombination ein enormes medizinisches Potential aufweisen. Im folgenden Blogbeitrag nehmen wir die beiden wichtigsten Cannabis-Verbindungen für euch unter die Lupe. 

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Was ist eigentlich der Unterschied zwischen THC und CBD? Häufig wissen weder Hanf-Konsumenten noch Cannabis-Kritiker eine Antwort auf diese Frage. Dabei birgt gerade die Synergie dieser beiden Stoffe ein enormes medizinisches und therapeutisches Potential. Wir klären auf.

THC – Delta9-Tetrahydrocannabinol: Viel mehr als ein Rauschmittel
Delta9-Tetrahydrocannabinol, besser bekannt als THC, gilt als populärste der rund 70 Verbindungen, die der ältesten Heilpflanze der Welt innewohnen. THC macht den Löwenanteil der in Cannabis enthaltenen Wirkstoffe aus und ist als psychoaktives Cannabinoid hauptverantwortlich für die berauschende Wirkung von Cannabis. Wie „high“ man davon wird, ist allerdings stark von der Menge an THC abhängig, die konsumiert wird. Obwohl THC in den meisten Ländern als illegal gilt, ist es als Freizeitdroge weit verbreitet. Die populärsten Auswirkungen des THC-Konsums sind:

  • Euphorie
  • Entspannung
  • Müdigkeit
  • Vermehrter Appetit bzw. Heißhunger

Dabei kann THC so viel mehr, als nur die menschlichen Sinne zu berauschen. Obwohl das Cannabinoid grundsätzlich illegal ist, existieren bereits aussagekräftige Studien zur medizinischen und therapeutischen Nutzbarkeit. Die Forschungsergebnisse lassen darauf schließen, dass THC für eine Dämpfung jener Sensoren sorgt, die für die Schmerzauslösung zuständig sind. THC weist daher eine schmerzlindernde Wirkung auf und gilt obendrein als entzündungshemmend. Somit gilt das Cannabinoid nicht nur als bekannteste, sondern auch als medizinisch potenteste aller Cannabis-Verbindungen, die sich vor allem bei chronischen bzw. schwerwiegenden Erkrankungen als überaus nützlich erweisen kann. Der medizinische Einsatz von THC ist vor allem dann ein Segen, wenn gängige Medikamente nicht angewandt werden können bzw. starke Nebenwirkungen auslösen. So wirkt THC unter anderem symptomlindernd und verzögert das Voranschreiten bei Erkrankungen wie:

  • Krebs
  • AIDS
  • Hepatitis
  • Tourette-Syndrom
  • Myopathie (Muskelerkrankung)
  • (Chronischen) Darmerkrankungen
  • Multipler Sklerose

In Frankreich etwa konsumieren bereits 30 Prozent der an Multipler Sklerose Erkrankten Cannabis, um Muskelkrämpfe und Spasmen zu reduzieren und Schmerzen zu stillen.

Auch mentale Erkrankungen, wie Depressionen, Erschöpfungszustände (Burnout) und Schlafstörungen lassen sich mit THC gut behandeln.

CBD – Cannabidiol:
Cannabidiol, kurz CBD, gilt nach THC als bekannteste Cannabis-Verbindung. Ein wesentlicher Unterschied zwischen CBD und THC liegt darin, dass CBD keine psychoaktive Wirkung aufweist. Das bedeutet, dass mit dem Konsum kein berauschendes Gefühl bzw. „High“ einhergeht, weshalb CBD weltweit als legal gilt. Dafür ist CBD medizinisch lange nicht so potent, wie THC. Dennoch lassen sich auch mit CBD einige Krankheiten behandeln, was die Substanz aus wissenschaftlicher und medizinischer Sicht ebenfalls interessant macht. Mittlerweile beschäftigt sich die Forschung weltweit mit dem medizinischen bzw. therapeutischen Nutzen des Cannabinoids.

CBD konnte bereits erfolgreich bei der Behandlung von sowohl körperlichen Beschwerden (z.B. Muskelkrämpfe, Migräne, Entzündungen, Arthritis etc.) als auch psychischen Erkrankungen (z.B. Angstzustände, Depressionen, Schizophrenie usw.) eingesetzt werden.

Obwohl die vielseitige Anwendbarkeit von CBD auf dem Gebiet der Medizin längst kein Geheimnis mehr ist, befindet sich die Forschung dazu allerdings noch ganz am Anfang.

Die Unterschiede von THC und CBD im Überblick:

 

THC:

  • Medizinisches Potential bei chronischen bzw. schweren Schmerzen
  • Schmerzlindernd und entzündungshemmend auch bei schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs, AIDS, Hepatitis, Tourette, Myopathie, (chronischen) Darmerkrankungen, Multipler Sklerose
  • Psychoaktiv (verändert die Sinneswahrnehmung, berauschende Wirkung)
  • Gefühl der Lethargie als Nebenwirkung
  • In den meisten Ländern illegal

CBD:

  • Medizinisches Potential bei einigen psychischen und physischen Erkrankungen wie Arthritis, Muskelkrämpfe, Migräne, Entzündungen, Schizophrenie, Angstzuständen, Depressionen etc.
  • Keine psychoaktive bzw. berauschende Wirkung, keine Veränderung der Sinneswahrnehmung
  • Gefühl der Lethargie bleibt aus
  • Weltweit legal

Seit 2016 ist CBD auf Rezept in der Apotheke erhältlich.

THC und CBD: Die perfekte Synergie
„THC oder CBD?“, werden sich nun einige fragen. Da jedes der beiden Cannabinoide großes medizinisches bzw. therapeutisches Potential aufweist, ist diese Frage nicht eindeutig zu beantworten. Vielmehr sollte der Fokus auf die Kombination der beiden Cannabis-Verbindungen gelegt werden.

So existieren mittlerweile zahlreiche Studien, mit denen sich das fruchtbare Zusammenspiel von THC und CBD belegen lässt, da jede der beiden Verbindungen die positiven Eigenschaften der jeweils anderen verstärken. So lässt sich die schmerzstillende Wirkung von THC durch die Einnahme von CBD zusätzlich ankurbeln. Und während die Verabreichung von reinem THC Angstzustände und Stress auslösen kann, bringt die Einnahme in Kombination mit CBD positive Gefühle und Entspannung mit sich, da CBD antipsychotische Effekte aufweist. Zudem wirkt sich die Einnahme von Cannabis mit höherem CBD-Anteil positiver auf das Gedächtnis aus, als von Präparaten mit niedrigerem CBD-Gehalt.

In Anbetracht dieser Ergebnisse zeigt sich erneut, dass Cannabis mehr ist, als ein bloßes Rauschmittel – nämlich die älteste Heilpflanze der Welt, die in der Lage ist, Patienten bei vergleichsweise geringen Nebenwirkungen eine beachtliche Linderung körperlicher und psychischer Beschwerden zu verschaffen. Dies gilt vor allem für die Kombination der beiden bekanntesten Cannabinoide THC und CBD. Bewusstsein dafür zu schaffen könnte bereits ein erster Schritt sein, um den medizinischen Einsatz von Cannabis endlich von Vorurteilen zu befreien und langfristig zu etablieren.


Hannah Sturm

Beitrag von

Hannah Sturm

in CONDA-Blog-Post


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